Sendenhorst/Albersloh. Am 21. Juli 2026 berichteten die „BürgerInnen für Aktive Kommunalpolitik“ (B.f.A.) in den WN und den „Sozialen Medien“ darüber, dass sich Investoren und Planer darum bemühten, im Überschwemmungsgebiet an der Münsterstraße in Albersloh die Ansiedlung eines neuen Vollsortimenter-Marktes zu prüfen bzw. zu planen. Diese Mitteilung schlug damals hohe Wellen.
„Viel Lärm um nichts (Spruchreifes)“ überschrieben zwei Tage später CDU, SPD und FDP ihre Entgegnung zur BfA-Verlautbarung und behaupteten: „Derzeit liegt nach unserem Kenntnisstand kein beratungsfähiges Vorhaben vor. Für uns gilt: Weniger Spekulation, mehr Fakten.“
Diese Fakten liefert nun das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK), das die Stadt im Zusammenhang mit dem Städtebauförderungsantrag zum „ZukunftDorf Albersloh“ am 15. Oktober 2026 im Rat vorlegen wird.
Darin heißt es: „Zur Verbesserung der Nahversorgung werden zwei Ansätze diskutiert: Die erste Perspektive sieht die Weiterentwicklung des Nahversorgers am heutigen Standort vor – unter anderem durch eine qualitative Aufwertung.“ Die zweite Perspektive greife die Verlagerung des aktuellen Marktes oder die Ansiedlung eines weiteren Marktes – z. B. auf der Fläche angrenzend an den Parkplatz Münsterstraße westlich der Werse. „Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Konzeptes“, schreibt das Planungsbüro steg weiter, „wird analysiert, inwieweit die Fläche vor dem Hintergrund des Hochwasserschutzes und der Aussagen der Regionalplanung geeignet ist.“
Zur Erinnerung: Gegenüber der BfA hatte Dr. Michael Wolf, Dezernat 32, Regionalentwicklung bei der Bezirksregierung Münster, geantwortet: Bereits Ende 2024 habe sein Dezernat im Rahmen der Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Sendenhorst schriftlich erklärt, dass die in Rede stehende Fläche „auch perspektivisch nicht als ‚Allgemeiner Siedlungsbereich‘ festgelegt werden kann“ und ein Regionalplanänderungsverfahren keine Aussicht auf Erfolg habe.
Zur Begründung führte er weiter aus, dass die Fläche innerhalb eines Bereichs für den Schutz der Natur sowie in einem vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet liege. Dr. Michael Wolf am 20. Juli: „Somit kann der angedachte Standort nicht durch ein Bauleitplanverfahren für eine Einzelhandelsnutzung entwickelt werden.“
Stattdessen verweist die Bezirksregierung Münster – den Ausführungen des Gutachterbüros Stadt und Handel folgend – darauf, dass der bestehende Nah & Gut-Markt am Kirchplatz sowie die anderen ansässigen Geschäfte im Zentrum gestärkt werden sollten.
Der Regionalplaner: „Der Stadt Sendenhorst wurde daher zu diesem Punkt angeraten, den Entwurf des Einzelhandelskonzeptes in den betreffenden Abschnitten zu überarbeiten.“ Die Stadt Sendenhorst sei dieser Anregung gefolgt, um, so die eigene Aussage, „die Nahversorgung im Ort zukunftssicher und standortgerecht auszubauen“ umzusetzen.
Die Folge: Das danach überarbeitete – jetzt gültige – Einzelhandelskonzept der Stadt Sendenhorst verweist für den täglichen Bedarf weiterhin primär auf die Stärkung des bereits bestehenden Nah & Gut-Marktes am Kirchplatz.
In dieselbe Richtung formuliert das Planungsbüro steg, Verfasser des ISEK, und stellt fest: Nah & Gut sei modernisierungsbedürftig und habe eine relativ geringe Verkaufsfläche. Aber es sei eine Stärke von Albersloh, dass sich „die grundlegende Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs im Ortskern befinde“. Dazu kämen kurze Wege und kostenlose Parkmöglichkeiten. Eine „Ansiedlung eines weiteren Nahversorgers als Konkurrenz zum Dorfzentrum“ sei deshalb ein Risiko. Ebenso sehe es mit dem Hochwasserschutz und der Hochwassergefahr aus.
Dem schließt sich der BfA-Fraktionsvorsitzende Hans Ulrich Menke an: „Auch uns ist die Stabilisierung und Optimierung der Versorgungslage in Albersloh wichtig.“ Bisher seien sich die Beteiligten in ihren Aussagen zum Projekt „ZukunftDorf Albersloh“ einig gewesen, dass an erster Stelle die Entwicklung und Unterstützung der zentralen Geschäfte stehen müsse, um den Kern von Albersloh lebensfähig zu erhalten. Hans Ulrich Menke: „Und darum sollten wir uns weiterhin gemeinsam daran machen, unsere Dorfmitte zu stärken, statt das vermeintliche Wohl im Überschwemmungsgebiet zu suchen.“ Das sei möglicherweise gut für die Investoren, „aber nicht für unser Dorf“.
Hans Ulrich Menke
B.f.A.-Fraktionsvorsitzender
Mühlenfurt 3
48324 Sendenhorst-Albersloh


